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Alexander von Boguszewski
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Kategorie: Netzpolitik

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OH NEIN, die Delos / Microsoft Cloud schützt gar nicht vor Datenabfluss.

AvB Alexander von Boguszewski
· 22. Oktober 2025 · 1 Minute zu lesen
https://www.golem.de/news/innenministerium-baden-wuerttemberg-zugriffe-durch-drittstaaten-bei-delos-cloud-moeglich-2510-201397.html (golem.de)

Statt klar zu sagen „Wir können oder wollen es nicht besser“, kommt dann als Stellungnahme juristischem Kauderwelsch und politischer Wortakrobatik: „nicht in vollem Umfang von vollständiger Souveränität gesprochen werden, da theoretisch Zugriffe auf Anwendungsdaten durch Drittstaaten – zumindest in einer Grauzone – nicht ausgeschlossen werden können“– was für eine peinliche Ausrede!

Dass Drittstaaten – in diesem Fall die USA – theoretisch und praktisch auf unsere Daten zugreifen können, ist doch kein Geheimnis. Wer wirklich digitale Souveränität will, muss eigene Fähigkeiten aufbauen. Punkt. Wer das nicht tut, sollte wenigstens den Mut haben, es offen zuzugeben.
Und ja, den Angriffsvektor Software gibt es auch woanders, aber dieses Rumgeeier ist nur noch nervig.

Wer digitale Souveränität ernst nimmt, muss sie auch konsequent umsetzen. Alles andere ist Augenwischerei.

 

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AvB Alexander von Boguszewski
· 21. Oktober 2025 · 2 Minuten zu lesen

Die Gefahren einer Cloud-Monokultur sind grade offensichtlich geworden.

Gestern hat Amazon gezeigt, wie fragil unsere digitale Welt ist. Ein technischer Fehler in ihrer Infrastruktur, und plötzlich fallen Signal, Fortnite, Snapchat, aber auch Behörden-Systeme aus. Nicht, weil diese Dienste schlecht gebaut wären – sondern weil sie sich freiwillig in die Abhängigkeit eines der drei Hyperscaler begeben haben. Das ist kein IT-Problem. Das ist ein strategisches Versagen. Es zeigt aber vor allem die Bedeutung einer sauberen globalen Infrastrukturarchitektur.
Digitale Souveränität ist kein Buzzword. Sie ist überlebenswichtig. Wenn ein einziger Cloud-Anbieter zum Single Point of Failure für ganze Branchen wird, sind wir systematisch verwundbar. Es geht nicht um „mehr Uptime“, sondern um Architektur, die uns resilient macht: Datenhoheit, entkoppelte Systeme, echte Multi-Cloud-Optionen. All das diskutiere ich seit Jahren wenn ich mit meinen Klienten über Architekturoptionen spreche – doch es wird kaum umgesetzt.
Solange wir uns weiter in die Arme von Amazon, Google & Co. werfen, bleiben wir Geiseln ihrer Infrastruktur. Wir brauchen dringend mehr Investitionen in offene Standards, gemeinsame (europäische) Multi-Cloud-Plattformen sowie politische Rahmenbedingungen, die technologische Eigenständigkeit fördern. Bemühungen diese Souveränität „künstlich“ herzustellen sind zum Scheitern verurteilt, wir brauchen resiliente, und vor allem wettbewerbsfähige Ökosysteme die als echte Architektur Option wahrgenommen werden. Oder warten wir einfach auf den nächsten GAU?

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AvB Alexander von Boguszewski
· 7. Oktober 2025 · 1 Minute zu lesen
Die EU-Chatkontrolle steht kurz vor der Abstimmung – und plötzlich schweigt die deutsche Regierung! 🚨 Am 14. Oktober könnte im EU-Ministerrat die umstrittene Verordnung zur massenhaften… | heise online (de.linkedin.com)
Die EU-Chatkontrolle steht kurz vor der Abstimmung – und plötzlich schweigt die deutsche Regierung! 🚨 Am 14. Oktober könnte im EU-Ministerrat die umstrittene Verordnung zur massenhaften Online-Überwachung beschlossen werden. Zum Artikel: https://www.heise.de/news/Deutsches-Ja-zu-Chatkontrolle-CCC-Co-warnen-vor-Grundrechtsgefaehrdung-10712007.html

Die Chatkontrolle ist nichts anderes als die komplette Überwachung der digitalen Kommunikation: Jede Nachricht, jedes Foto, jeder Chat wird automatisch gescannt – und bei „Treffern“ werden Nutzer direkt an die Polizei gemeldet. Plötzlich sind alle verdächtig, alle werden durchleuchtet. Und die Technologie lässt sich beliebig ausweiten. Heute geht es angeblich um Kindesmissbrauch, morgen um Protestvideos, übermorgen um Enthüllungen über korrupte Regierungen. Wer so etwas zulässt, baut den Überwachungsstaat von morgen.

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AvB Alexander von Boguszewski
· 1. Oktober 2025 · 1 Minute zu lesen
Souveränitäts-Washing bei Clouddiensten - Kommune21 online | Kommune21 - E-Government, Internet und Informationstechnik | Alice Horstmann | 26 comments (de.linkedin.com)
#Souveränitäts #Washing bei #Clouddiensten Das ist der prägnante Titel des vom Zentrum Digitale Souveränität (ZenDiS) veröffentlichten Whitpapers. Die wichtige Aussagen des Whitepapers sind: 📌 Mit ihrer Größe und Marktmacht haben vor allem die US-amerikanischen Hyperscaler in den vergangenen Jahren faktisch ein Oligopol geschaffen. 📌 Als Reaktion auf das europäische Streben nach mehr Digitaler Souveränität haben die Konzerne neue Produkte generiert, die Souveränität versprechen – aber faktisch nicht liefern. 📌 Die Konzerne verweisen auf den Betrieb in europäischen Rechenzentren, Datengrenzen oder Partnerschaften mit hiesigen Unternehmen. Aber dieses Souveränitätsversprechen hat in technischer, rechtlicher und operativer Hinsicht keinen Bestand. 📌 Die neue "Verpackung altbekannter Abhängigkeiten“ kann als Souveränitäts-Washing bezeichnet werden. 📌 Der Begriff #DigitaleSouveränität wird von den Konzernen im eignen Sinne umgedeutet. 📌 Digitale Souveränität hängt aber nicht allein an Rechenzentrumsstandorten oder Betriebsmodellen, denn Update-Zyklen führen zur Betriebsabhängigkeit 📌 Ein strukturbedingter Plattform-Lock-in bleibt bestehen, denn der Aufwand eines Plattformwechsels ist in technischer, organisatorischer und finanzieller Hinsicht zu hoch und die Portabilität von Daten und Workloads ist quasi nur auf dem Papier gegeben. Das sind Fakten, die von der Politik nicht ignoriert werden dürfen! | 26 comments on LinkedIn

Der Post trifft den Nagel auf den Kopf; Ein paar europäische Rechenzentren, ein paar Partnerschaften, ein bisschen Marketing – und plötzlich soll alles gut sein?

Wir brauchen eine europäische Cloud-Infrastruktur, die nicht nur „made in EU“ ist, sondern auch „controlled by EU“. Das heißt: Europäische Unternehmen, europäische Standards, europäische Kontrolle. Und die öffentliche Hand muss Open Source nicht nur fördern, sondern aktiv einfordern – und zwar mit klaren Kriterien: Keine Blackboxes, keine Backdoors, keine Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern.

Die Politik muss aufhören, sich von Lobbyisten einlullen zu lassen. Es braucht konkrete Gesetze, die Abhängigkeiten bestrafen – und zwar nicht in 10 Jahren, sondern jetzt. Wer öffentliche Aufträge will, muss beweisen, dass er echte Souveränität liefert.

repost

Chatkontrolle – Forscher warnen zu Recht

AvB Alexander von Boguszewski
· 9. September 2025 · 2 Minuten zu lesen
"Single point of failure": 400 Wissenschaftler gegen Chatkontrolle by Nico Ernst (heise online)
Forscher aus 33 Ländern protestieren gegen die massenhafte Überwachung auf Endgeräten. Sie bringe wenig und gefährde die Sicherheit aller, mahnen sie.

Wer heute Client-Side-Scanning zulässt, kann morgen nicht mehr kontrollieren, wer darauf zugreift. Ja, illegale Inhalte müssen schneller gemeldet und bearbeitet werden. Dabei darf jedoch nicht eine Infrastruktur aufgebaut werden, die für alles Mögliche zweckentfremdet werden kann. Client-Side-Scanning schafft nicht nur neue Angriffspunkte für Hacker, sondern kann auch von autoritären Regimen als Werkzeug genutzt werden, um unter dem Vorwand der „Sicherheit“ Dissens zu ersticken. Wer glaubt, das bleibe auf „nur“ Kinderpornografie beschränkt, hat die Geschichte der Überwachung nicht verstanden. Freiheit ist kein Fehler, den man mit dem nächsten Update beheben kann.

Die Geschichte zeigt: Überwachungssysteme wachsen wie ein Krebsgeschwür – sie beginnen mit „guten Absichten“ und enden im Missbrauch. Schon die DDR nahm Schutz vor westlicher Spionage und Staatsfeinden als Grundlage für ein flächendeckendes Überwachungssystem auf, das Millionen Bürger bespitzelte – nicht nur „Verdächtige“, sondern auch Oppositionelle, Künstler, Kirchenmitglieder und Familienangehörige. Das Sozialkreditsystem in China (auch wenn nicht ganz das selbe und wohl von anfang an so gewünscht) hat sich von „Sicherheit“ zu politischer Unterdrückung ausgeweitet. Aber auch wenn heute eine Hintertür nur für „gute Zwecke“ eingebaut wird, öffnet sie morgen für Hacker, Erpresser und autoritäre Regime. Mal abesehen davon wer entscheidet, was „illegal“ ist? Ein fehleranfälliger Algorithmus, der schon heute bei Uploadfiltern  Satire, Kunst und politische Rede blockiert. Die Chatkontrolle wird das auf Steroide setzen – mit der Folge, dass unliebsame,unbequeme  oder algorithmisch schwierig einzuschätzende Meinungen einfach verschwinden. Andere Regierungen wäre es möglich in Deutschland völlig legale Inhalte als „Terrorismus“ einstufen. Jedes EU-Land verwendet eigene Listen „einschlägiger Organisationen“: Die spanische Regierung betrachtet die katalanische Unabhängigkeitsbewegung als Form des Terrorismus, und 2019 forderten französische Strafverfolger über Europol die Löschung von Hunderten Webseiten – darunter Cartoons, wissenschaftliche Veröffentlichungen und Informationen zu Veganismus – unter genau diesem terrorismus Vorwand.

Die Chatkontrolle ist kein Kompromiss – sie ist ein Freifahrtschein für Zensur.

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AvB Alexander von Boguszewski
· 12. Dezember 2024 · 1 Minute zu lesen

Die #Chatkontrolle hat im EU-Rat nicht die nötige Zustimmung bekommen. Die Überwachungspläne sind vorerst vom Tisch – ein Erfolg für Datenschutz- und Menschenrechtsorganisationen. Es ist enttäuschend, aber nicht überraschend, dass Deutschland sein Nein in eine Enthaltung geändert hat. Die Gefahr besteht weiter, dass so oft über die #Chatkontrolle abgestimmt wird, bis alle Beteiligten so genervt sind, dass sie halt „ja“ sagen. Oder die Abstimmung wird auf einen Termin verlegt, an dem alle Fußball-WM gucken, und dann klammheimlich durchgewunken. Die ganze Sitzung (oder Ausschnitte) lassen sich in verschiedenen Sprachen von der offiziellen Seite herunterladen und verbreiten. Interesanter Artikel bei Netzpolitik https://netzpolitik.org/2024/anlasslose-massenueberwachung-auch-ungarn-scheitert-mit-chatkontrolle-im-eu-rat/

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