Die Gefahren einer Cloud-Monokultur sind grade offensichtlich geworden.
Gestern hat Amazon gezeigt, wie fragil unsere digitale Welt ist. Ein technischer Fehler in ihrer Infrastruktur, und plötzlich fallen Signal, Fortnite, Snapchat, aber auch Behörden-Systeme aus. Nicht, weil diese Dienste schlecht gebaut wären – sondern weil sie sich freiwillig in die Abhängigkeit eines der drei Hyperscaler begeben haben. Das ist kein IT-Problem. Das ist ein strategisches Versagen. Es zeigt aber vor allem die Bedeutung einer sauberen globalen Infrastrukturarchitektur.
Digitale Souveränität ist kein Buzzword. Sie ist überlebenswichtig. Wenn ein einziger Cloud-Anbieter zum Single Point of Failure für ganze Branchen wird, sind wir systematisch verwundbar. Es geht nicht um „mehr Uptime“, sondern um Architektur, die uns resilient macht: Datenhoheit, entkoppelte Systeme, echte Multi-Cloud-Optionen. All das diskutiere ich seit Jahren wenn ich mit meinen Klienten über Architekturoptionen spreche – doch es wird kaum umgesetzt.
Solange wir uns weiter in die Arme von Amazon, Google & Co. werfen, bleiben wir Geiseln ihrer Infrastruktur. Wir brauchen dringend mehr Investitionen in offene Standards, gemeinsame (europäische) Multi-Cloud-Plattformen sowie politische Rahmenbedingungen, die technologische Eigenständigkeit fördern. Bemühungen diese Souveränität „künstlich“ herzustellen sind zum Scheitern verurteilt, wir brauchen resiliente, und vor allem wettbewerbsfähige Ökosysteme die als echte Architektur Option wahrgenommen werden. Oder warten wir einfach auf den nächsten GAU?